Cape Epic

Lightriders am Cape Epic in Südafrika

Es gilt als eines der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt: Die 16. Ausgabe des Cape Epic fand vom 17. bis 24. März 2019 in Südafrika statt. Lokale und internationale Mountainbiker gingen das anspruchsvolle achttägige Abenteuer durch die Western Cape Region an. Seite an Seite mit den weltbesten Mountainbikern bestritt das Team Lightriders, angeführt von RIBAG CEO Andreas Richner, das Rennen. Die Route führte die Mountainbiker durch 700 Kilometer ungezähmte, unberührte Landschaft und über 15 000 Höhenmeter.

Rückblick

24.03.2019 / 70 km / 1800 Höhenmeter

„Die Schlussetappe ins Val de Vie war ein absolutes Highlight, noch nie war die Stimmung der Fahrer vor einer Etappe so entspannt. Unser Start verlief optimal und bis zum höchsten Punkt der Etappe konnten wir uns gegen den Rang 15 unserer Kategorie vorkämpfen. Leider stoppte uns dann ein platter Hinterreifen, den wir dreimal reparieren mussten bis er hielt. Die letzte Etappe konnten wir als 24. abschliessen, was gleichzeitig auch unser Schlussresultat ist.
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23.03.2019 / 89 km / 2650 Höhenmeter

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22.03.2019 / 100 km / 2850 Höhenmeter

„Wir sind sehr froh, haben wir die schwierigsten Etappen hinter uns, der Tag heute war sehr anspruchsvoll und anstrengend. Der Start verlief das erste Mal nicht so optimal. Wir hatten sehr schwere Beine und uns irgendwie nicht so gut erholt von den Vortagen. So mussten wir bereits kurz nach dem Start verschiedene Teams, die in der Rangliste um uns herum positioniert sind, ziehen lassen. Ebenfalls in der ersten Rennstunde stürzte Marc und wir mussten einen Ast aus dem Wechsler entfernen. Das alles führte dazu, dass wir nicht so richtig in die Gänge kamen. Die Etappe war sehr anspruchsvoll, mit vielen Höhenmetern und fast 6 Rennstunden. Die Gegend war zwar wunderschön, aber geniessen kann man sie wohl besser ohne Bike. Es war ein Durchbeissen von A-Z. Im zweiten Teil sind wir beide gestürzt und in einen Baum gefahren, da wir auf Grund von Konzentrationsmangel einen Fahrfehler begingen. Am Ende waren wir einfach nur glücklich dass das Ziel immer näher kam. Marc hatte sehr zu kämpfen, wegen seinen Händen. Diese sind übersät mit Blasen, die alle aufgeplatzt sind. In der Abfahrt verloren wir entsprechend Zeit, da die Schmerzen auf Grund der Rückschläge so gross waren, und konnten schliesslich als 26. abschliessen. Wir hoffen wir können gut regenerieren bis morgen. Die zwei Tage schaffen wir noch, das Gröbste ist hinter uns. Ziel ist dennoch, dass wir wieder zurück in die Top 20 kommen."
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21.03.2019 / 43 km / 1000 Höhenmeter

„Heute stand das Zeitfahren auf dem Etappenplan. Am Morgen stiegen wir mit schweren Beinen auf das Bike, da der gestrige Tag sehr anstrengend war. Wir starteten erst um 08:30 Uhr, was uns ermöglichte, sehr lange einzufahren. Dies half, dass sich die Muskeln etwas lockerten und aufwärmten. Zeitfahren bedeutete, auf der ganzen Strecke alles zu geben und so schnell wie möglich im Ziel zu sein. Die Fahrer starteten im 20 Sekunden Rhythmus und es gelang uns, sukzessive Fahrer einzuholen, bis zu einem gewissen Punkt. Als wir schliesslich im Ziel ankamen und erfuhren, dass wir den 10. Rang geholt haben, freuten wir uns riesig, das hatten wir nicht erwartet. Das Zeitfahren war sehr intensiv, dafür nicht so lange. Dadurch hatten wir am Nachmittag mehr Erholungszeit, was definitiv ein Vorteil ist in der Vorbereitung auf die morgige Königsetappe. Es steht nun der 6. Tag an, über 100 km und 2800 Höhenmeter, was eine grosse Herausforderung sein wird."
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20.03.2019 / 107 km / 2800 Höhenmeter

„Die heutige Etappe war die Härteste des ganzen Cape Epic. Wir waren knapp 6 Stunden unterwegs. Kurz nach dem Start folgte ein rund 20 km langer Aufstieg auf den Grönlandberg. Das Wetter war garstig mit viel Nebel und Regen, was sehr anstrengend war. Trotzdem konnten wir uns sehr gut positionieren und auch in der Abfahrt im vorderen Viertel mithalten.
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19.03.2019 / 90 km / 2250 Höhenmeter

„Heute stand eine etwas kürzere Etappe auf dem Programm, die es aber in sich hatte. Die grösste Höhenmeterdifferenz befand sich auf den letzten 20km, zudem war das Terrain extrem anspruchsvoll, da der Boden fast ausschliesslich sandig war. Die erste Stunde des Rennens lief sehr gut, bei KM 35 überquerten wir ein Bachbett und ein spitziger Stein bohrte sich durch den Pneu meines Vorderrades. Die Panne konnten wir notdürftig flicken, die Luft war aber nach wenigen Kilometern wieder entwichen. Erst beim dritten Halt konnten wir den Schlauch ersetzen, so dass die Reparatur hielt. Wir befanden uns an einer ungünstigen Stelle, kurz vor mehreren flachen Kilometern, die durch die Weinberge führten. Mehrere Teams konnten an uns vorbeiziehen und es war schwierig die Differenz wieder aufzuholen. Trotzdem haben wir es ins Ziel geschafft und uns den 28. Platz gesichert. Morgen steht ein anstrengender Tag an, mit über 100km und 2800 Höhenmetern, davon 800 direkt nach dem Start. Nichts desto trotz ist es unser Ziel, in den nächsten Tagen wieder unter die Top 20 zu gelangen.“
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18.03.2019 / 111 km / 2700 Höhenmeter

„Am heutigen Renntag sind wir gut erholt aufgestanden, bereits sehr früh um 04:45 Uhr. Im Startblock B ging es um 07:15 Uhr los. In der ersten Stunde konnten wir am Spitzenplatz unserer Kategorie mitfahren. Im mittleren Teil mussten wir das Tempo etwas reduzieren. Da meinen Teamkollegen Marc auf den letzten Kilometern Krämpfe plagten, mussten wir eine kleine Pause einlegen und das Bike teils stossen. Wir sind froh, sind wir im Ziel angekommen und überrascht, dass wir in unserer Kategorie sogar einen Platz weiter nach vorne gerutscht sind. Am Nachmittag durften wir eine erholsame Massage geniessen und sind nun bereit für die morgige Etappe, die etwas kürzer ist, aber gleich viele Höhenmeter aufweist.“
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17.03.2019 / 21 km / 600 Höhenmeter

Das Team Lightriders konnte den ersten Renntag mit dem sehr guten 19. Rang abschliessen. „Trotz grosser Nervosität konnten wir unsere Kräfte gut einteilen und haben als Team harmoniert“, erzählt Andreas Richner. „Unser Ziel für den zweiten Tag ist es, unsere gute Platzierung zu verteidigen und zu halten“.
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Cape Epic
Cape Epic

„Den Schritt in das Unbekannte wagen“

Interview mit CEO Andreas Richner

Als ehemaliger Mountainbike-Leistungssportler und erfolgreicher Unternehmer weiss Andreas Richner, wie man Topleistungen erbringt. Im Interview erzählt der CEO der RIBAG Licht AG von seiner Vorbereitung auf sein Mountainbike-Rennen in Südafrika und wie es ist, wenn man sich auf unbekanntes Terrain wagt.


Vor über 20 Jahren warst du aktiver Mountainbike-Leistungssportler, jetzt suchst du nochmals den Kick in einem der  härtesten Mountainbike-Rennen der Welt. Wieso machst du das?
Aus dem Alltag auszubrechen hilft mir, das Unbekannte zu erfahren und dem Leben ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Es macht Spass, die Leistungsgrenzen des eigenen Körpers zu erkunden und an neuen Herausforderungen zu wachsen. Das Ausbalancieren von Beruf, Familie, Sport und Erholung ist dabei eine besonders anspruchsvolle Aufgabe, die es zu bewältigen gilt.

 

Um ein achttägiges Rennen zu bestehen muss sportlich einiges investiert werden. Worauf achtest du, wenn du Höchstleitungen erbringen willst?
Die richtige Vorbereitung ist elementar. Dies ist beim „Cape Epic“ gar nicht so einfach – es ist das erste Mal, dass ich teilnehme, ein „Kennenlernen“ so zu sagen. Ich weiss nicht wie ich auf die Distanz reagiere, das Wetter, die Belastung. Die Kunst bei der Vorbereitung liegt darin, mich auf das Unbekannte einzustellen – und auf Unvorhersehbares reagieren zu können. Dabei gehe ich Schritt für Schritt vor und stärke meine mentale Fokussierbarkeit.

 

Wie wichtig schätzt du die mentale Stärke ein?
Das ist das Allerwichtigste. Vor allem bei sehr lange andauernden Aktivitäten, wie dem achttägigen Etappenrennen in Südafrika, brauche ich mentale Stärke um die eigenen Grenzen zu überwinden. Diese Fokussetzung hat bereits in der Vorbereitung grossen Einfluss auf die Umwelt. Alle Sinne und alles „Tun“ richten sich danach. Während dem Rennen kann einiges anders verlaufen als geplant. Ich gehe alle möglichen Situationen durch und trainiere diese – körperlich wie auch mental.

 

Achtest du auch auf deine Ernährung?
Auf jeden Fall. Der Energiehaushalt muss mit dem geleisteten Training übereinstimmen. Dabei versuche ich möglichst hochwertige und gesunde Nahrung zu mir zu nehmen.


Wie sieht dein Trainingsplan aus?
Das Training folgt einem Aufbauplan und umfasst verschiedene Disziplinen wie Krafttraining, Indoor-Cycling, Mountainbiking, Joggen und Koordinationstraining. Dabei werden Gegebenheiten wie Dauer, Intensität, Gelände und Klima miteingebunden. Auf der sportlichen Ebene ist es wichtig, das eigene Limit zu kennen. Für einige ist das die Distanz, für andere die Geschwindigkeit, für wieder andere sind es die klimatischen Bedingungen. Wichtig ist auch das Training von unvorhersehbaren Situationen. So wird das Material ausgiebig getestet, das Mountainbike wie auch die Bekleidung, und ich simuliere Pannen. In Südafrika bin ich alleine mit meinem Teampartner, da gibt es keine fremde Hilfe vor Ort. Ich trainiere sozusagen die Improvisation, was ich mache, wenn nicht alles nach Plan läuft. Während dem Rennen müssen in solchen Situationen im inneren Dialog schnelle Lösungen gefunden werden. Auch der Umgang mit körperlichen Defiziten gilt es zu trainieren – was mache ich, wenn ich keine Energie mehr habe oder das Gefühl habe, die Strecke nicht zu Ende bringen zu können. Was, wenn ich stürze oder eine Panne habe? Damit ich jeweils ins Ziel komme trainiere ich mir unterschiedlichste Strategien an, mit welchen ich solche Situationen (hoffentlich) überwinden kann.

 

Bei so einem umfassenden Trainingsplan – hast du da noch Zeit für Erholung?
Die Erholung ist ebenso wichtig wie das konzentrierte, aktive Training. Genug Erholung zu haben ist aber auch die grösste Schwierigkeit, da ich neben dem Training ja noch andere Verpflichtungen habe. Manchmal reicht es nur für die Erholungsphase im Schlaf, was als Dauerzustand nicht geeignet wäre. Stretching und Dehnen gehören zum Training, genauso wie regelmässige Saunagänge, Dampfbäder und Massagen. Bewusste Ruhetage ohne Training gönne ich mir ebenfalls zum Kraft tanken.

 

Du hast bisher nicht nur als Sportler den Schritt ins Unbekannte gewagt, sondern überwindest auch als Unternehmer mit RIBAG immer wieder Grenzen. Lässt sich das Unternehmertum mit neuen Herausforderungen als Sportler vergleichen?
Der Unterschied ist gar nicht so gross. Am Anfang stehen ein Traum, die Entwicklung einer Vision, eine strategische Planung und schliesslich kommt die Ausführung. Ich stelle mir dabei einen sehr hohen Berg vor, den ich erklimmen will. Der beste Weg ist, Schritt für Schritt vorwärts zu gehen und dabei den Gipfel nie aus den Augen zu verlieren. Das Vertrauen, dass die eigenen Träume erreichbar sind, stärkt mich auf meinem Weg. Neben geeignetem Equipment braucht es Geduld, Durchhaltewillen und  ein geeignetes Team, das mir den Rücken stärkt und mich in meinen Fähigkeiten optimal ergänzt. Gutes gelingt nur mit einer soliden Vorbereitung, und Erfolg heisst, eine optimale Balance aller Elemente zu finden.

 

Woher nimmst du deine persönliche Motivation für neue Herausforderungen?
Herausforderungen brauche ich, damit ich mich wohlfühle, dies schafft an sich schon Motivation. Sie wirken auf mich wie das Zusammenspiel von Licht und Schatten: Sie formen meinen Erfolg, zeigen aber auch Schwächen auf, die es zu beseitigen oder zu akzeptieren gilt.
Beim Sport motiviert mich die ständige Erkundung, wo die Leistungsfähigkeit des Körpers liegt, wie ich mich während einer Trainingsphase verbessern kann und wo die Grenzen der Belastbarkeit liegen. Bei der Arbeit motivieren mich vor allem geistige Herausforderungen. Auch hier stosse ich immer wieder an Grenzen, die es zu überwinden gilt. Der Reiz des Neuen übergreift beide Bereiche gleichermassen und motiviert mich immer wieder von neuem.

 

Was würdest du jemandem raten, der den Schritt ins „Unbekannte“ wagen will?
Habe keine Angst, lebe  deine Träume und verliere nie den Glauben an dich selbst und an deine Stärken.